HSG Schlaubetal Odervorland

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Runde 2 HVB-Pokal

Handballer des Ludwigsfelder HC setzen sich im Landespokal-Viertelfinale gegen den Lausitzer HC und Gastgeber HSG durch

Dramatik in der Schlaubetal-Halle

Wilfried Hohmann / 21.11.2017, 04:40 Uhr
Müllrose (MOZ) Gut 150 Zuschauer erlebten am Sonntagnachmittag in der Müllroser Schlaubetal-Halle ein "Pokalfinale" im Landespokal-Viertelfinale, das es in dieser Form bisher noch nie gegeben hat und sicher auch nicht wieder geben wird. Am Ende setzte sich der Ludwigsfelder HC nach Siebenmeterwerfen durch.

Im "Finale" des Dreierturniers zwischen den Oberligisten Ludwigsfelder HC und dem Lausitzer HC Cottbus wurde alles geboten, was man sich in einer solchen Pokalrunde nur vorstellen kann. Nämlich Verlängerung und Siebenmeterwerfen inklusive einer offensichtlich falschen Regelauslegung. Zunächst einmal wurde aus der ursprünglichen Vierer- eine Dreiergruppe, da der Brandenburgligist SV Berolina Lychen seine Teilnahme kurzfristig abgesagt hatte. Daher musste jeder gegen jeden antreten.

Im ersten Spiel traf Ludwigsfelde auf den gastgebenden Verbandsligisten HSG Schlaubetal-Odervorland. Bereits beim Warmmachen war deutlich hörbar zu erkennen, dass die Ludwigsfelder gewillt waren, dieses Turnier für sich zu entscheiden. Das zeigte sich dann auch im Spielverlauf. Zu Beginn machten die Müllroser deutlich, dass sie keinesfalls gewillt waren, sich dem zwei Klassen höher spielenden Gegner kampflos zu ergeben. In den ersten Minuten befanden sich die Schlaubetaler sogar auf Augenhöhe, gingen in Führung und gestalteten das Spiel bis zum 3:3 in der 7. Spielminute offen. In dieser Phase hatten die Gastgeber sogar mehrfach die Gelegenheit, sich von den Ludwigsfeldern abzusetzen, scheiterten jedoch dreimal in Folge beim Abschluss. Aber auch die Ludwigsfelder konnten sich gegen die HSG- Deckung zunächst nicht durchsetzen.

Doch anschließend machte der Dritte der Ostsee-Spree Liga ernst. Schnell vorgetragene Angriffe mit konsequenten Abschlusshandlungen führten zu drei Treffern in Folge zum 6:3. Auch in der Folge spielten die Ludwigsfelder schneller, waren kombinationssicherer und konsequenter im Abschluss. Das führte letztlich zum Halbzeitstand von 12:4. In der zweiten Halbzeit dann dasselbe Bild, so dass für die Ludwigsfelder am Ende ein sicherer 25:10 zu Buche stand.

Danach mussten die Gastgeber gegen Cottbus antreten. Hier boten die Gastgeber sehr zur Freude der Zuschauer ihre beste Turnierleistung. Zunächst nahm das Spiel einen ähnlichen Verlauf wie das erste. Die Schlaubetaler gingen wiederum in Führung und hielten das Spiel bis zum 3:2 offen. Vor allem dank zahlreicher toller Paraden ihres Torhüters Jacub Wamka kämpften sich die Gastgeber immer wieder heran. Erst als die Kräfte bei den Müllrosern gegen Ende der ersten Halbzeit etwas nachließen, gelang es den Lausitzern sich bis zur Halbzeit auf 12:8 abzusetzen.

Auch im zweiten Spielabschnitt schlugen sich die Gastgeber durchaus achtbar. Nachdem die Cottbusser sich zum Beginn der zweiten 20 Minuten bereits auf sechs Tore zum 15:9 abgesetzt hatten, kämpften sich die Schlaubetaler in der Folge wieder heran und verkürzten auf drei Tore zum zwischenzeitlichen 13:16. Erst mit nachlassenden Kräften bei den Gastgebern gelang es den Lausitzern in den letzten zehn Minuten, sich mit sieben Toren bis zum Endstand von 22:15 abzusetzen. Dennoch erhielten die Gastgeber ob ihrer kämpferischen Leistung von den durchaus zufriedenen Fans zu Recht viel Beifall.

Damit hatte Ludwigsfelde das bessere Torverhältnis gegenüber Cottbus, so dass das abschließende Spiel die Entscheidung bringen musste. Zunächst sah alles danach aus, als wenn sich der Lausitzer HC deutlich durchsetzen könnte. Sie begannen wie die Feuerwehr und setzten sich bis zur 7. Minute auf 6:3 ab. Doch die Ludwigsfelder gaben sich keineswegs geschlagen. So stand er zur Halbzeit 14:13 für Cottbus. In den zweiten 20 Minuten ein ähnliches Bild. Doch in den letzten sechs Minuten nahm das Spiel eine dramatische Wende. 30 Sekunden vor dem Abpfiff 23:24 aus Ludwigsfelder Sicht. Ausgehend von der Dramatik der Endphase verließ niemand die Halle und die Sympathien der Zuschauer wendeten sich mehr in Richtung der kämpferischen Ludwigsfelder. Und tatsächlich gelang diesen Sekunden vor dem Ende der 24:24-Ausgleich.

Der Jubel auf der Bank und auch bei den Zuschauern war überwältigend, da jeder in der Halle davon ausging, dass dieses Remis den Ludwigsfeldern zum Weiterkommen reichen würde. Doch zur Verwunderung aller entschied das Schiedsrichtergespann Fiebrantz/Schrell auf Verlängerung und begründeten diese Entscheidung damit, dass sie sich bereits vor diesem "Endspiel" beim Schiedsrichterwart des HVB erkundigt hätten, wie im Falle eines Remis zu verfahren sei. Und dieser hatte nach ihren Darstellungen auf Verlängerung von zweimal fünf Minuten sowie einem Siebenmeterwerfen im Falle eines weiteren Unentschiedens entschieden. Damit ging die Partie praktisch in die zweite beziehungsweise dritte Runde. Denn auch die Verlängerung endete 30:30-Unentschieden. Das Werfen vorm Punkt entschied der Ludwigsfelder HC knapp mit 3:2 für sich.

Damit endete diese dramatische 2. Pokalrunde mit dem Einzug der Ludwigsfelder ins Final Four. Dem Handballverband Brandenburg blieb hingegen ein von den Ludwigsfeldern bereits angekündigter Protest und die daraus resultierende Entscheidung am "Grünen Tisch" erspart.