HSG Schlaubetal Odervorland

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07. Spieltag - 11.11.17 - SV Chemie Guben - HSG

Verbandsliga Süd Frauen

Kampfsieg statt Handball-Feinkost

SV Chemie Guben 1990 - HSG Schlaubetal-Odervorland 28: 32 (17:18)
von Ute Wagner

Am 11.11.17 ging die Fahrt für das HSG-Frauen-Team zum Tabellendritten nach Guben. Die Spielstätte des SV Chemie war schon immer ein „heißes Pflaster“ für die Schlaubetaler Frauen. Denn nicht nur die ruppige Spielweise, sondern auch das „überaus nette“ Publikum in Guben bereiteten der Mannschaft schon im Vorfeld Kopfschmerzen. Aber frei nach dem Motto der HSG- Frauen „Aufgeben – gibt’s nicht“, wollte die Mannschaft sich mutig dem Gegner stellen. Premiere in der Frauenmannschaft der HSG hatte die A-Jugend-Torhüterin Marianne Schulz, die seit kurzem ein Doppelspielrecht besitzt. Schon der Beginn des Spiels gestaltete sich äußerst schwierig. Durch Verzögerungen beim vorher ausgetragenen Männerspiel konnten die Frauen erst 25 Minuten vor dem eigentlichen Spielbeginn die Platte zur Erwärmung betreten. Also erfolgte die Erwärmung im Schnelldurchlauf. Dann warteten die Spielerinnen auf Kampf- und Schiedsrichter.
Durch immer neu auftretende Unstimmigkeiten verzögerte sich der Spielbeginn letztlich um mehr als 20 Minuten. Das zehrte natürlich auch an den Nerven der Mannschaften und Zuschauer. Dann ging es endlich los.
Die ersten Minuten gestalteten sich recht ausgeglichen, die HSG legte vor und Chemie zog nach. In der 10. Minute gelang der HSG durch zwei Treffer von Luisa Lehmann und einem von Caroline Hallert verwandelten Siebenmeter ein leichter 3-Tore-Vorsprung zum 4:7. Doch dass dieses Spiel wieder sehr körperbetont werden würde, zeigte sich auch schon in den ersten 10 Minuten. Bilanz bis dahin: 4 Verwarnungen und 5x 7m. Die Folge war eine weitere Verschärfung der harten Gangart der Gastgeberinnen, speziell in der Abwehr mit zwei weiteren Siebenmetern für die HSG und einer Zeitstrafe gegen Guben. Das junge HSG-Team konnte mit der sehr harten Spielweise der Gubenerinnen jedoch gut mithalten und suchte ständig spielerische Lösungen. Nach 15 min erlangte das HSG sogar einen Vorsprung von 4 Toren zum 8:12.
Doch irgendwann würden die Kräfte der Gäste nachlassen. Bis zur 20. min kämpften sich die Gastgeber dann wieder bis auf 1 Tor heran (11:12) und erhöhten bis zur 27. Minute auf 15:13. Sollte das jetzt die Wende sein? Mitnichten, die HSG- Spielerinnen besannen sich auf ihr Motto „Aufgeben – gibt’s nicht“ und kämpften sich einer 17:15 Führung der Gastgeberinnen nicht nur heran, sondern gingen nach drei Treffern in Folge bis zur Halbzeit wieder mit 17:18 in Führung.
Resümee der ersten Halbzeit : insgesamt 35 Tore!; 11x 7m; 6 Verwarnungen und 3 Zeitstrafen. In der Kabine gab es viel Lob an die kämpferische Leistung der HSG-Frauen, aber auch die Mahnung, dass die 2. Halbzeit mit Sicherheit nicht leichter werden würde.
Beide Mannschaften starteten neu motiviert in die 2. Halbzeit und schenkten sich nichts, denn jede wollte den Sieg. Bis zur 44. Minute ging es immer hin und her (18:18; 21:21; 23:23) und keine der Mannschaften konnte sich absetzen. Das aber schürte mehr und mehr den Unmut der Gastgeberinnen und des heimischen Publikums. Die Zuschauer fingen an, beleidigend zu werden und die Spielerinnen wurden fast schon „vorsätzlich“ tätlich angegangen. Es hagelte Ellenbogenhiebe, Gesichtsschläge, Umreißen und Sprünge direkt auf den Körper der HSG- Spielerinnen. Das Ganze hatte jetzt nichts mehr mit Handball – einem fairen Mannschaftssport- zu tun, sondern artete fast schon in „Prügelei“ aus. Es gab keine HSG-Spielerin, die nichts abbekommen hatte. Trotz allem konnten sich die HSG-Frauen bis zur 53. Minute mit 27:29 langsam, aber sicher in Führung werfen. Danach ging es fast zwei Minuten hin und her, ehe Lea Sue Panzer in der 56.
Minute das 27:30 gelang. In dieser Phase scheiterten die Gastgeberinnen mehrfach an der immer stärker werdenden HSG-Jugend-Torhüterin Marianne Schulz. Sechs Sekunden vor dem erlösenden Schlusspfiff erzielte Jasmin Henkelmann den letzten Treffer in dieser Partie zum 28:32 Auswärtssieg des Außenseiters beim Tabellendritten in Guben!!!
HSG- Trainerin Ute Wagner äußerte sich nach dem Spiel: „Es war wirklich keine schöne Begegnung, von Spiel möchte ich gar nicht reden. Ich hoffe, die Wunden meiner Spielerinnen heilen schnell und die Nerven des Trainerstabes sowie der mitgereisten Zuschauer (Eltern, Freunde usw.) beruhigen sich wieder und ich hoffe, dass der Schock über das Erlebte von unseren beiden A-Jugend-Spielerinnen Jenny Hale und Marianne Schulz schnell verkraftet wird. Ein riesengroßes Dankeschön an euch beide und meinen größten Respekt an meine Mädels, dass ihr allen Angriffen standgehalten habt. Ihr seid großartig!!! Außerdem möchte ich den beiden Kampfrichtern in Guben etwas mit auf den Weg geben: Vielleicht passieren euch nicht so viele Fehler, wenn ihr bei eurer wichtigen Tätigkeit das Biertrinken weglasst und die Plauderstunde vor oder nach das Spiel legt.“

Tor: Marianne Schulz (Super Einstand)
Spielerinnen: Lea-Sue Panzer (3); Caroline Hallert (16/12); Lysianne Kersten (1); Jasmin Henkelmann (1); Luisa Lehmann (7/1); Jenny Hale; Anne Palwitz (1); Anika Weber (3)
Traine: Ute Wagner; Peter Palwitz
Betreue: Gerd Kupsch
Schiedsrichter: Opitz/Voigt
7m: SV Chemie Guben 4/2, HSG Schlaubetal-Odervorland 14/13
Zeitstrafen: SV Chemie Guben 5, HSG Schlaubetal-Odervorland 4