Brandenburgliga Männer
Niederlage als gefühlter Sieg
HSG Schlaubetal - MTV Altlandsberg 30:31 (14:15)
Von W. Hohmann
Die über 200 Zuschauer in der gut besuchten Schlaubetal-Halle in Müllrose erlebten zum Saisonauftakt gegen den Titelfavoriten aus Altlandsberg ein hochklassiges und vor allem spannendes Auftaktspiel ihrer 1. Männermannschaft in der Brandenburgliga. Noch vor dem Anpfiff besiegelten der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Oder-Spree Herr Hesse und HSG Vizepräsident Uwe Hobelmann eine langfristig ausgerichtete Zusammenarbeit.
Als dann der Anpfiff zum Premierenspiel erfolgte, befürchteten nicht wenige der Zuschauer eine deutliche Niederlage. Es sollte jedoch alles ganz anders kommen. Denn nicht der haushohe Favorit dominierte die Anfangsphase dieses Spiels, sondern die Gastgeber. Von der guten Deckungsarbeit der HSG- Sieben sowie ihrem schnellen Spiel nach vorn zeigten sich die Gäste sichtlich beeindruckt und lagen nach 6 Minuten mit 3:1 hinten. Erst jetzt kämpften sich die Altlandsberger besser in das Spiel und konnten zu 3:3 ausgleichen. In dieser Phase des Spiels hatten die Müllroser sogar die Chance zum Führungsausbau, scheiterten jedoch mit zum Teil unvorbereitet und vor allem unplatziert abgegebenen Würfen am sich steigernden Altlandsberger Keeper. Hier zeigte sich bei den Gastgebern die (noch) fehlende Routine und Abgeklärtheit. In der Folge entwickelte sich ein völlig ausgeglichenes Spiel, in dem die Gäste sich mit nicht mehr als zwei Toren Vorsprung (3:5, 7:9 und 13:15) zu keiner Zeit entscheidend absetzen konnten. Die Müllroser konnten sogar zum 5:5, 6:6, 11:11 und 12:12 ausgleichen, was von den Fans frenetisch bejubelt wurde. Dieser Ausgleich veranlasste Gästetrainer Ferenc Remes in der 28. Minute zu einer Auszeit, bei der er sich über das Spiel seines Teams sichtlich unzufrieden zeigte. Aber auch das änderte nichts am weiteren ausgeglichenen Spielverlauf. So war das Spiel zum Halbzeitstand von 14:15 weiterhin völlig offen.
Das ausgeglichene Spiel setzte sich dann auch in der 2. Halbzeit fort. Nachdem die Gäste schnell auf 14:16 erhöht hatten, kämpften sich die Gastgeber im wahrsten Sinne des Wortes wieder auf 16:16 heran. Die Gäste lagen zwar in der gesamten 2, Spielhälfte weiterhin mit 1-3 Toren in Front, sie konnten sich jedoch zu keiner Zeit entscheidend absetzen. Denn die Gastgeber zeigten weiterhin einen enormen Kampfgeist und kämpften sich bei den Spielständen 18:19, 24:25, 26:27 und 28:29 jeweils wieder bis auf auf ein Tor heran. Dabei wuchs vor allem Matthias Stalla über sich hinaus, der mit acht Treffern zum erfolgreichsten Torschützen seiner Mannschaft avancierte. Zwei Minuten vor dem Ende konnte sich Altlandsberg dann auf drei Tore zum 28:31 absetzen und das Spiel schien endgültig zugunsten des Favoriten gelaufen zu sein. Aber auch in dieser Phase gaben die Gastgeber nicht auf und verkürzten wieder auf 30:31. Als Normen Ermling Sekunden vor dem Ende mit letztem Einsatz sogar den 31:31 Ausgleich erzielte, stand die Schlaubetal-Halle Kopf und die erste Sensation in der Brandenburgliga schien perfekt zu sein. Das sahen die beiden Herren in Schwarz Hans Siegert (MTV Altlandsberg) und Fred Schirrmann (Falkenberger SV) jedoch anders und entschieden auf einen technischen Fehler mit Freiwurf für Altlandsberg. Dadurch kochten die Emotionen am Ende noch einmal richtig hoch, aber das Spiel war nun endgültig für den Titelfavoriten gelaufen. Trotzdem honorierten die Fans die tolle kämpferische und spielerische Leistung ihrer Mannschaft mit minutenlangem Applaus und „feierten“ diese knappe Niederlage wie einen Sieg.
Trainer Olaf Ermling zeigte sich dann am Ende des Spiels vor allem mit der kämpferischen Leistung seiner Mannschaft zufrieden:
„Dass wir mit dem Titelanwärter nicht nur mithalten konnten, sondern uns spielerisch mit ihm auf Augenhöhe befanden zeigt, dass wir uns mit dieser Mannschaft auf dem richtigen Weg befinden. Aber am Ende zählen nur die Punkte und da werden wir genau analysieren müssen, wo wir in diesem Spiel den durchaus möglichen Sieg verschenkt haben.“
Gästetrainer Ferenc Remes war dagegen mit der Leistung seiner Mannschaft weniger zufrieden: „Am Ende mussten wir sogar noch zufrieden sein, dass wir dieses Spiel noch gerade so für uns entscheiden konnten. Dafür ein Kompliment an den Aufsteiger, der eine tolle kämpferische und spielerische Leistung geboten hat. Letzteres kann ich von meinem Team leider nicht behaupten. Spielerisch haben wir auf keinen Fall das gezeigt, was wir können. Wenn wir in dieser Liga um den Titel mitspielen wollen, werden solche Leistungen jedenfalls nicht ausreichen.
Tor: Marco Schwadtke, Florian Kubisch; Nils-Peter Czaja
Feld: Michael Schmidt 6/1;; Matthias Stalla 8; Tobias Hallert 1/1; Norman Szymanowski; Marc Eschenbach 5; Normen Ermling 4; Tobias Hötzel; Daniel Heine 3; Pascal Hötzel 3;
Trainer: Olaf Ermling
Betreuer: Jens Jüterbock
Mannschaftsarzt: Dr. med. Eckart Krüger
Schiedsrichter:: Siegert/Schirrmann – MTV Wünsdorf/Falkenberger SV
7-Meter: 3/2, MTV 4/4
Zeitstrafen: HSG 1 , MTV 3