Brandenburgliga Männer

Erster Sieg der Schlaubetal-Handballer

HSG Schlaubetal - HSV Wildau 34:33 (18:17)
Von W. Hohmann

Dieses Spiel in der wiederum voll besetzten Müllroser Schlaubetal-Halle wird sowohl den Fans als auch den Spielern sicher noch lange in Erinnerung bleiben. Denn die Entscheidung in diesem Spiel fiel buchstäblich in der letzten Sekunde, in der Tobias Hallert mit viel Glück einen Siebenmeter verwandelte. Seinen Wurf hatte der Gästekeeper eigentlich schon pariert, aber irgendwie trudelte der Ball dann doch noch hinter die Linie. Ein „Zittersieg“, der von Fans und Spielern gleichermaßen enthusiastisch gefeiert wurde.
Für beide Mannschaften standen vor dieser Partie jeweils zwei Auftaktniederlagen zu Buche. Von daher musste für jede Mannschaft unbedingt ein Sieg her, wollte man sich nicht mit 0:6 Punkten am Tabellenende wiederfinden.
Speziell in der 1. Halbzeit entwickelte sich ein völlig ausgeglichenes Spiel. Nachdem die Gastgeber schnell mit 3:1 bzw. 4:2 in Führung gegangen waren, konnten die Wildauer einige Unkonzentriertheiten der Gastgeber nutzen, um zum 4:4 bzw. 6:6 auszugleichen. Dies blieb bis in die Endphase der 1. Halbzeit mit den Spielständen 12:12 und 14:14 und 15:15 so bestehen. Zwischenzeitlich ging Wildau sogar mit 14:15 in Führung. Zum Ende kam das insgesamt schnellere und offensive Spiel der Gastgeber zum tragen und sie konnte sich auf 18:16 etwas absetzen. Davon ließen sich die Wildauer jedoch nicht beeindrucken und erzielten den Anschlusstreffer zum 18:17 Pausenstand.
Die zweiten 30 Minuten nahmen dann einen gänzlich anderen Verlauf. Nachdem die Gastgeber zum Beginn auf 19:17 erhöhen konnten, blieb das Spiel bis zum Stand von 23:21 weiter völlig ausgeglichen. Danach hatten die Gastgeber dann jedoch einen regelrechten „Lauf“ und erzielten vier Tore in Folge, während den Gästen in dieser Phase kein einziger Treffer gelang. In dieser Phase zeigten sich die Gastgeber vor allem in der Deckung sehr konzentriert und beweglich, eroberten entweder durch geblockte oder von den Torhütern gehaltene Würfe den Ball und nutzten ihre Schnelligkeitsvorteile zu einfachen Kontertoren bis zum 27:21. Nachdem die Gastgeber diesen 6- Tore- Vorsprung bis zum 29:23 halten konnten, schien das Spiel entschieden zu sein. Leider führte dieser eigentlich beruhigende Vorsprung nicht zu spielerischer Sicherheit bei den Gastgebern. Leichte technische Fehler, zu früh mit unplatzierten Torwürfen abgeschlossene Angriffe sowie das Auslassen einiger „hundertprozentiger“ Torchancen führten immer wieder zu leichten Ballverlusten. Diese Ballgewinne nutzten die weiterhin ruhig spielenden Gäste in der Folge zu Gegentoren und damit zur Resultatsverkürzung. Über die Stationen 30:25, 31:27 und 32:30 kämpften sich die Wildauer Tor um Tor wieder heran. Die Folge war der 33:33 Ausgleich Sekunden vor dem Abpfiff. Buchstäblich mit dem letzten Angriff fiel dann doch noch die Entscheidung, nachdem die insgesamt gut leitenden Schiedsrichter Diederich/Hirthe auf Siebenmeter entschieden. Nachdem die Müllroser Fans ihre Mannschaft trotz des Führungsverlustes das gesamte Spiel über unentwegt angefeuert hatten, kochte die Halle nun im wahrsten Sinne des Wortes. In dieser Situation entschied Trainer Olaf Ermling, ausgerechnet den „Youngster“ des Teams Tobias Hallert und nicht etwa einen der „Erfahrenen“ an die Siebenmeterlinie zu schicken. Und der behielt tatsächlich die Nerven, auch wenn der Ball letztlich doch glücklich über die Torlinie „trudelte“.
Am Ende war es dann der erhoffte, wenn auch nur knappe erste Heimsieg der HSG- Handballer. Dieser war dann letztendlich auch verdient, weil die Mannschaft von Trainer Olaf Ermling die Partie über weite Strecken dominiert hatte. Dass es am Ende dann doch noch so eng wurde, lag vor allem an den Gastgebern selbst, die dem Gegner durch ihre eigenen Fehler erst die Möglichkeit eröffneten, dieses Spiel doch noch fast zu kippen.
Dementsprechend ärgerte sich Trainer Olaf Ermling dann auch nach dem Spiel: „Wir haben wieder einmal zu viele einfache Fehler gemacht und damit einen eigentlich sicheren Sieg fast noch verschenkt.“ Und der sportliche Leiter der Schlaubetal- Handballer Uwe Kern ergänzte: „In dieser Liga kann man sich solche einfachen Fehler nicht leisten, denn in der Regel wird jeder eigene Ballverlust postwendend mit einem Gegentor bestraft. Trotzdem freue ich mich natürlich über diesen ersten Sieg.“

Tor: Marco Schwadtke, Florian Kubisch
Feld: Michael Schmidt 9/4; Matthias Stalla 3; Tobias Hallert 1/1; Norman Szymanowski; Marc Eschenbach 2; Normen Ermling 8; Tobias Hötzel 2; Daniel Heine 6; Pascal Hötzel 1; Matthias Gliese 1
Trainer: Olaf Ermling
Betreuer: Jens Jüterbock
Mannschaftsarzt: Dr. med. Eckart Krüger
Schiedsrichter:: Hirthe/Diederich – HC 2000 Frankfurt (Oder)
7-Meter: HSG 6/5, HSV 2/2
Zeitstrafen: HSG 2, HSV 4
Zuschauer: ca. 200