Brandenburgliga Männer
Dem Tabellenführer Werder Paroli geboten
HSG Schlaubetal - HV Grün-Weiß Werder 30:33 (15:17)
Von W. Hohmann
Die Zuschauer in der wiederum voll besetzten Schlaubetal-Halle in Müllrose erlebten an diesem Abend ein begeisterndes Handballspiel ihrer 1. Männermannschaft gegen den ungeschlagenen Tabellenführer aus Werder. Auch wenn am Ende für die Schlaubetaler nichts Zählbares in Form von Punkten heraus kam, boten sie dem haushohen Favoriten und Titelaspiranten nicht nur die Stirn, sondern waren ihm in weiten Teilen der Partie auch spielerisch ebenbürtig.
Von Beginn an entwickelte sich ein völlig ausgeglichenes Spiel. In dieser Anfangsphase konnte sich über die Spielstände 2:2, 4:4 und 6:6 bis zum 7:7 keine der beiden Mannschaften entscheidend absetzen. Als sich die Schlaubetaler mit enormen kämpferischen Einsatz zuerst auf 9:7 und dann auf 12:10 absetzen konnten, stand die Halle Kopf und viele witterten bereits eine Sensation. Dann kam jedoch die für das Spiel entscheidende Phase, die den Schlaubetalern letztendlich auch einen durchaus möglichen Sieg kosten sollte. Hier gelang es der Mannschaft nicht, die sich bietenden zahlreichen guten Möglichkeiten zu nutzen. Zwei nicht verwandelte Siebenmeter sowie vier freistehend nicht genutzte Möglichkeiten führten im Gegenzug jeweils zu Treffern für den Tabellenführer. Hier zeigte sich die ganze Routine des Tabellenführers, der die seitens der Gastgeber nicht genutzten Möglichkeiten konsequent zu eigenen Treffern nutzte. Während den Müllrosern in dieser Phase nur ein Treffer zum 13:13 Ausgleich gelang, erzielten die Werderaner sechs Tore und setzten sich auf 13:16 ab. In dieser Phase zeigten die Gastgeber vor allem im Rückzugsverhalten und auch in der Deckung einige Schwächen, die vom Tabellenführer eiskalt bestraft wurden. Die Gäste konnten ihre Führung dann bis zum Halbzeitstand von 15:17 behaupten.
In den zweiten dreißig Minuten verlief das Spiel über weite Teile völlig ausgeglichen. Bei den Spielständen 19:20, 20:21, 21:22 und 24:25 stand das Spiel auf des Messers Schneide. Angetrieben von den begeistert mitgehenden Zuschauern zeigten sich die Schlaubetaler in dieser Phase dem Tabellenführer ebenbürtig. Dieser hatte jedoch mit Silvio Krause den besseren Vollstrecker in seinen Reihen, der insgesamt 16 Tore erzielte und kaum Fehlwürfe zu verzeichnen hatte. Ihn bekam die Schlaubetaler Deckung über das gesamte Spiel nicht in den Griff. Die endgültige Entscheidung in diesem Spiel fiel dann, als den Müllrosern beim Stand von 24:25 fünfmal in Folge kein Treffer gelang, während Werder diese Möglichkeiten konsequent zum Führungsausbau auf 24:30 nutzte. Damit war das Spiel dann endgültig entschieden, auch wenn sich die Gastgeber noch einmal auf 30:33 heran kämpften.
Trotz dieser Niederlage konnte die Mannschaft nach dem Schlusspfiff das Parkett erhobenen Hauptes verlassen und wurde von den Fans auch ob ihrer vor allem kämpferisch starken Leistung zu Recht gefeiert. Ähnlich sah es auch Gästetrainer Christian Pahl nach dem Spiel:
„ Wir haben uns auf dieses Spiel sehr intensiv vorbereitet und die Schlaubetaler keinesfalls unterschätzt. Wir hätten uns auch nicht beschweren können, wenn dieses Spiel verloren gegangen wäre. Denn spielerisch war der Gegner uns nicht unterlegen, hat in entscheidenden Phasen jedoch seine vorhandenen Torchancen nicht genutzt. Wenn den Schlaubetalern dies zukünftig besser gelingt, wird es gerade hier in dieser Halle mit der tollen Artmosphäre jede Mannschaft schwer haben, zu gewinnen. Das ist aber auch eine Frage der Erfahrung, die sich im Laufe der Zeit bei den Schlaubetalern sicher auch einstellen wird.“
In jedem Fall ist die von vielen befürchtete haushohe Niederlage gegen den Tabellenführer nicht eingetreten und die Gastgeber stellten sich mit Engagement und Kampfgeist dem Tabellenführer entgegen. Genau das ist es, was das Müllroser Publikum auch von ihrer Mannschaft sehen will. In dem Maße, wie es der Mannschaft zukünftig besser gelingt, ihre zumeist gut heraus gespielten Chancen auch zu Treffern zu nutzen, werden sich dann zukünftig auch wieder die Erfolge einstellen.
Tor: Marco Schwadtke, Florian Kubusch
Feld: Michael Schmidt 7; Matthias Stalla 2; Tobias Hallert; Norman Szymanowski; Marc Eschenbach; Normen Ermling 8/1; Tobias Hötzel; Daniel Heine 5; Pascal Hötzel 3; Matthias Gliese, David Schaffranke 5
Trainer: Olaf Ermling
Betreuer: Jens Jüterbock
Mannschaftsarzt: Dr. med. Eckart Krüger
Schiedsrichter:: Knothe/Bree – Oranienburger HC
7-Meter: HSG 4/1, Werder 5/5
Zeitstrafen: HSG 6, Werder 4
Zuschauer: ca. 200