Brandenburgliga Männer
Zu hohe Ausfallrate nicht zu kompensieren
HSG Schlaubetal – HC Spreewald 21:28 (10:14)
Von W. Hohmann
Nach dem ersten Auswärtssieg gegen Wusterwitz sollte gegen den HC Spreewald in der Briesener „Odervorlandhalle“ der nächste Sieg der Mannschaft von Olaf Ermling folgen. Doch die Sorgenfalten des Trainers wurden nicht weniger. Denn zu den aus verschiedensten Gründen fehlenden Robert Heise und David Schaffranke gesellte sich auch noch Stammtorhüter Marco Schwadtke, der durch den erfahrenen Nils Czaja ersetzt wurde. Da Normen Szymanowski verletzungsbedingt zwar auf der Bank saß, aber nicht vollwertig einzusetzen war, reduzierte sich der Kader der Feldspieler praktisch auf neun.
Beide Mannschaften begannen das Spiel sehr konzentriert mit hohem Tempo und jeweils offensiven Deckungsvarianten. Bis zum Stand von 4:4 in der 8. Minute verlief das Spiel völlig ausgeglichen. Als Matthias Stalla in der 8. Minuten eine Zeitstrafe kassierte, konnten die Gäste ihre numerische Überlegenheit nutzen, um sich auf 4:7 abzusetzen. In der Folge konnte sich das HSG-Team auch dank eines stark haltenden Nils-Peter Czaja wieder auf 8:8 heran kämpfen. Der „Knackpunkt“ des Spiels kam für die Schlaubetaler dann in der 17. Minute, als das Cottbuser Schiedsrichtergespann Matthias Stalla nach einem „normalen Foul“ sofort den roten Karton zeigte. Mit dieser überzogenen Entscheidung ging nicht nur eine entscheidende Schwächung des HSG-Teams einher, sondern die Referees verloren in der Folgezeit (auf beiden Seiten) etwas ihre Linie, „übersahen“ einige zum Teil rüde Fouls und trugen damit zum Aufkommen einer allgemeinen Hektik unter den Spielern und Zuschauern bei. Allerdings behielten die Spreewälder in dieser Phase einen kühlen Kopf, konzentrierten sich auf ihr Spiel, während einige Schlaubetaler Spieler sich mehr auf das „Kommentieren“ der Schiedsrichterentscheidungen als auf das eigene Spiel verlegten. Dazu war Trainer Olaf Ermling durch den Ausfall von Matthias Stalla zu einigen taktischen Umstellungen sowohl in der Deckung als auch im Angriff gezwungen. Diese gingen vor allem in der Endphase der ersten 30 Minuten zu Lasten der Spielsicherheit der Gastgeber. Obwohl die Spreewälder in der 27. bzw. 28. Minute nach der jeweils dritten Zeitstrafe zwei rote Karten kassierten, konnte das HSG- Team die personelle Überlegenheit nicht zu eigenen Toren nutzen. Stattdessen führten leichte Ballverluste durch ungenaue Zuspiele bzw. unplatzierte Torwürfe zu leichten Kontertoren des HC Spreewald, so dass dieser mit einer 10:14 Halbzeitführung in die Kabine gehen konnte.
Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit erhöhten die Spreewälder ihre Führung auf 10:15. In der Folgezeit entwickelte sich eine heiß umkämpfte Partie, in der sich die Schlaubetaler bis zur Mitte der zweiten 30 Minuten auf 16:20 heran kämpften. Obwohl sich insbesondere Michael Schmidt und Normen Ermling mehrfach gegen die offensive HC- Deckung durchsetzen konnten, zeigte der Rest der Mannschaft nicht den nötigen Zug zum Tor, um den Rückstand entscheidend zu verkürzen. In einigen Phasen auch deshalb, weil die Schiedsrichter ihre in der 1. Halbzeit an den Tag gelegte Konsequenz in der 2. Halbzeit völlig vermissen ließen. Hatten sie in der 1. Halbzeit noch insgesamt 14 Zeitstrafen verhängt, gab es in der zweiten keine einzige mehr. Dies nutzten insbesondere die Spreewälder zu einer harten und in den meisten Fällen nicht geahndeten Gangart, von der die Gastgeber sich in einigen Fällen nicht zu Unrecht benachteiligt fühlten. Letztendlich ging der Sieg der Spreewälder jedoch völlig in Ordnung. Vor allem auch deshalb, weil sie aus allen Mannschaftsteilen mehr Torgefahr ausstrahlten. Das zeigte sich dann am Ende auch darin, dass gleich sechs Spieler vier und mehr Tore erzielen konnten, während das auf Seiten der Gastgeber nur Michael Schmidt und Normen Ermling mit jeweils sechs Treffern gelang.
Tor: Nils-Peter Czaja, Florian Kubusch
Feld: Michael Schmidt 6/2; Matthias Stalla; Tobias Hallert 1/1; Norman Szymanowski; Marc Eschenbach 1; Normen Ermling 6; Tobias Hötzel 2; Daniel Heine 2; Pascal Hötzel 3; Matthias Gliese
Trainer: Olaf Ermling
Betreuer: Jens Jüterbock
Physiotherapeutin: Doreen Heuseler
Schiedsrichter:: Laurentsch/Lehmann – HSC Cottbus
7-Meter: HSG 4/3, HC 4/4
Zeitstrafen: HSG 5 (einmal Rot), HC 9 (zweimal Rot)