Brandenburgliga Männer

An den eigenen Nerven gescheitert

SSV Falkensee – HSG Schlaubetal 38:31 (20:10)
Von W. Hohmann

Nach der „Winterpause“ musste die 1. Männermannschaft zum letzten Spiel der Rückrunde beim Tabellenvierten SSV Falkensee antreten. Angesichts der Tatsache, dass Falkensee bis dahin drei der fünf Heimspiele gewinnen konnte und dabei unter anderem auch gegen den HV Grün-Weiß Werder gewonnen hatte, befand sich das HSG- Team von vornherein lediglich in einer Außenseiterrolle und hätte eigentlich ohne jeden Druck völlig befreit aufspielen können.
Dieses Spiel war jedoch bereits nach 60 Sekunden verloren, da man vor diesem Gegner erstarrte, was nicht begründbar ist. Weder in der Deckung noch im Angriff war man in der 1. Halbzeit in der Lage, den Gastgebern Gleichwertiges entgegen zu stellen. Dafür war die Nervenanspannung bei der HSG besonders zu erleben. Die Hinweise des Trainers wurden scheinbar nur noch mehr zur Belastung, als zur Abstellung der vielen, sehr vielen, sehr sehr vielen leichtfertigen Fehler, die sich wie ein roter Faden durch die ersten dreißig Minuten zogen. Diese wurden weder beachtet, geschweige denn umgesetzt. Weder ging ein Ruck durch das Team, noch wurde das tatsächliche Spielvermögen der gesamten Mannschaft auch nur annähernd abgerufen. Stattdessen führten sämtliche Hinweise völlig unverständlich eher zur weiteren Verspannung der gesamten Mannschaft. So gelang in der 1. Halbzeit nichts. Weder mit noch ohne Brechstange und der Gegner beherrschte die HSG nach Belieben. Mit der taktischen Marschroute, den gefährlichsten Spieler des SSV aus dem Spiel zu nehmen, galt in der Deckung die Devise, sich darauf auszuruhen und den Rest des Gegners seine Kreise ziehen zu lassen. Butter war gegen diese Deckung noch ein sehr harter Werkstoff.
Bis zur Halbzeit entwickelte sich das Spiel zu einer Farce aus Sicht der HSG und das wenige Publikum und die Auswechselbank des SSV amüsierten sich prächtig über die Mannen der HSG. Die Folge war ein stetiger Führungsausbau der Gastgeber bis zum Halbzeitstand von 20:10. Damit war diese Partie eigentlich bereits zur Halbzeit entschieden.
Sich hier entgegen zu werfen, war die Aufgabe für die 2. Halbzeit. Man begann jetzt endlich Handball zu spielen, kam prompt auch besser ins Spiel und konnte nunmehr den Gegner auch bespielen. Langsam aber stetig verkürzte sich der Vorsprung des SSV, ohne jedoch ernsthaft in Gefahr zu geraten. Die zweite Halbzeit für sich betrachtet ging sogar mit 21:18 an die Gäste und gestaltete sich damit sehr ausgeglichen. Zum Ende ein absolut verdienter Sieg des SSV und in sich gekehrte Spieler der HSG, die sicherlich über die katastrophale Leistung der ersten Halbzeit nachdachten. Dies wird sicher auch nötig sein, da dieses Spiel praktisch „im Kopf“ und nicht wegen der fehlenden handballerischen Fähigkeiten der Mannschaft verloren wurde. Denn normalerweise sollte man mit 31 eigenen Treffern auch auswärts gewinnen, zumindest aber ein Spiel offen gestalten können. Dazu gehört dann aber auch eine adäquate gute Deckungsarbeit, die sowohl in diesem Spiel als auch in der Partie in Rangsdorf nicht gegeben war, wo man mit jeweils 38 Toren deutlich zu viele Gegentore kassierte.
Insofern sollte jeder für sich diese schlechteste Saisonleistung ganz schnell „abhaken“ und sich wieder ganz schnell auf das besinnen, was die Mannschaft viel besser kann. Nämlich mit Spaß und gesundem Ehrgeiz einfach nur guten Handball spielen.

Tor: M. Schwadtke; F. Kubusch
Feld: M. Schmidt (6); M. Stalla (9/5); R. Heise; T. Hallert (1); N. Szymanowski (1); M. Gliese; M. Eschenbach (6);N. Ermling (4); T. Hötzel (1); D. Heine (1); P. Hötzel, (2)
Trainer: O. Ermling
Betreuer: J. Jüterbock
Schiedsrichter: Läbe / Kaußmann (Bad Belzig)
Zeitstrafen: SSV 4, HSG 2
Siebenmeter: SSV 5/5, HSG 5/5