Brandenburgliga Männer
Über den Kampf zum Spiel und zum Sieg
HSG Schlaubetal – SV B.-W. Wusterwitz 33:26 (11:11)Von W. Hohmann
Dass es für beide Mannschaften überaus wichtig war, im Kampf gegen den Abstieg möglichst beide Punkte mitzunehmen, merkte man beiden Mannschaften an. Wusterwitz wollte mit einem Sieg auf 11 Pluspunkte kommen und sich damit ein kleines Polster in Richtung Tabellenende verschaffen. Dasselbe traf auch auch die Gastgeber zu, die mit einem Sieg auf 9 Pluspunkte kommen und damit Wusterwitz überholen wollte. Damit war von Anbeginn klar, dass die Mannschaft mit der besseren kämpferischen Einstellung, Physis und vor allem dem taktischen Geschick das Parkett als Sieger verlassen würde. Und hier ging HSG- Trainer Olaf Ermling ein hohes Risiko ein, zumal ihm mit dem für zwei Spiele gesperrten Matthias Stalla sowie dem verletzten Michael Schmidt praktisch der gesamte linke Rückraum fehlte. Er ließ den bis dahin torgefährlichsten HSG- Werfer Normen Ermling nicht auf der halb rechten Aufbauposition, sondern auf rechts außen spielen und beorderte David Schaffranke in den rechten Rückraum. Dazu stand ihm auch wieder Marc Eschenbach zur Verfügung, der nach seiner Verletzung eine tolle Leistung ablieferte. Dazu vertrauten die Gastgeber auch auf die über 200 Fans, die ihre Mannschaft frenetisch anfeuerten.
Den besseren Start erwischten jedoch zunächst die Gäste, die in der Anfangsphase mit 2:3 in Führung gehen konnten, nachdem die Gastgeber zwei klare Torchancen nicht zu Treffern nutzen konnten. In der Folge entwickelte sich dann ein völlig ausgeglichenes Spiel, bei dem die Gäste vor allem in der Deckung auf eine harte Gangart setzten, während die Gastgeber mit schnellen Ballstafetten den freien Werfer suchten. Über die Spielstände 5:5 und 7:7 verlief die Partie völlig ausgeglichen. Danach konnten sich die Gastgeber auf 10:8 absetzen, verloren dann in der Endphase der 1. Halbzeit wieder etwas den Faden. Dies nutzte Wusterwitz mit zumeist sehr präzisen Würfen, um zum 11:11 Halbzeitstand auszugleichen.
Das blieb dann zunächst auch in der 2. Halbzeit so. Nachdem sich die Gastgeber zunächst auf 15:12 absetzen konnten, kam dann die stärkste Wusterwitzer Phase, in der sie den Rückstand nicht nur wett machen, sondern in eine eigene 16:17 Führung umwandeln konnte. Danach lagen die Gastgeber zwar ständig mit zwei bis drei Toren vorn (19:17, 21:18) konnten sich bis zum Spielstand von 23:22 (49. Minute) nicht entscheidend absetzen.
Die Endphase des Spiels gehörte dann aber eindeutig den Gastgebern. Während die Wusterwitzer konditionell nachließen und es ihnen bei ihren Torwürfen zunehmend an Präzision fehlte, drehten die Gastgeber nun richtig auf. Marko Schwadtke im Schlaubetaler Gehäuse konnte nun mehrfach Würfe der Wusterwitzer abwehren und vor allem David Schaffranke (mit 11 Toren erfolgreichster Werfer des Spiels), Normen Ermling (sechs Treffer) und Marc Eschenbach (fünf Tore) spielten die Gäste nun förmlich „an die Wand“. Über die Spielstände 26:23, 28:23 und 31:26 wurde der Vorsprung der Gastgeber bis zum Endstand von 33:26 unter dem Jubel der Zuschauer kontinuierlich ausgebaut. Diese feierten dann ihre Mannschaft, als hätte diese gerade eine Meisterschaft gewonnen.
Mit diesem Sieg konnte sich die Mannschaft in der Tabelle auf den 9. Tabellenplatz verbessern, Wusterwitz überholen, und hat nun die Möglichkeit, den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu schaffen. Zwar hat das Team von Trainer Olaf Ermling mit den Auswätsspielen beim HC Spreewald, dem HC Bad Liebenwerda und der HSG Westhavelland drei schwere Auswärtsspiele zu bestreiten, kann dann aber in den drei Heimspielen gegen den Grünheider SV II, den SV Lok Rangsdorf sowie abschließend gegen den SSV Falkensee die nötigen Punkte für den angestrebten Klassenerhalt holen. Dabei könnte bereits das Nachholspiel gegen den Grünheider SV II am 31. März 2012 um 18.00 Uhr eine zentrale Bedeutung einnehmen. Hier können sich die vielen Fans der HSG schon jetzt auf ein ähnlich begeisterndes Heimspiel wie gegen Wusterwitz freuen.
HSG Schlaubetal:
Tor: Marco Schwadtke, Florian Kubusch
Feld: Philipp Ermling 3 ;Tobias Hallert; Norman Szymanowsk; Marc Eschenbach (5); Normen Ermling (6); Tobias Hötzel ; Daniel Heine (2); Pascal Hötzel (3); David Schaffranke (11/2), Robert Heise (3/1); Matthias Gliese
Trainer: Olaf Ermling
Betreuer: Jens Jüterbock
Physiotherapeutin: Doreen Heuseler
Schiedsrichter:: Diederich/Hirthe – SCH 2000 Frankfurt (Oder)
7-Meter: HSG 4/3, SV 6/4
Zeitstrafen: HSG 1, SV 5 (einmal rot)