HSG Schlaubetal gewinnt Turnier

Von W. Hohmann

Die zum Teil über 100 Zuschauer in der Briesener Sporthalle erlebten beim 5. Helga Steinich Gedenkturnier hochklassigen Handballsport und vor allem spannende Spiele. Diese wurden im Modus „Jeder gegen Jeden“ über jeweils 2 x 25 Minuten ausgetragen. Damit mussten alle Mannschaften jeweils drei Spiele absolvieren.
Im Auftaktspiel des Turniers gewann der Brandenburgligist HSG Schlaubetal gegen den Verbandsliga Aufsteiger BSG Stahl Eisenhüttenstadt überlegen mit 29:14 und hatte die Partie beim Halbzeitstand von 14:6 praktisch bereits für sich entschieden. Dem druckvollen und schnellen Spiel der Müllroser hatten die meist zu langsam und umständlich agierenden Eisenhüttenstädter nur wenig entgegen zu setzen.
Im Anschluss kam es im zweiten Turnierspiel zu einer heiß umkämpften Partie zwischen dem polnischen Zweitligisten AZS Zielona Góra und dem MTV Wünsdorf. Nachdem die Wünsdorfer sich in der Anfangsphase eine 4:2 Führung erspielen konnten, drehte der AZS dann die Partie und konnte seinerseits mehrfach mit zwei Treffern in Führung gehen. Es gelang ihnen jedoch nicht, sich vorentscheidend abzusetzen. Das ging nach der polnischen 12:11 Halbzeitführung dann auch im zweiten Spielabschnitt so weiter. Mitte der zweiten Spielhälfte konnte sich der AZS dann erstmals mit drei Toren zum 17:13 absetzen. Doch auch dies reichte nicht für eine Vorentscheidung. Wünsdorf egalisierte auch diesen Rückstand und ging seinerseits erstmals in der zweiten Halbzeit mit 18:17 in Führung. Dem folgte dann eine Schlussphase, die an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten war. Nach dem erneuten Ausgleich konnte sich der Turnierfavorit in der Endphase wieder auf drei Tore zum 22:19 Zwischenstand absetzen. Aber auch das sollte nicht reichen. Wünsdorf kämpfte sich wieder heran und ging 45 Sekunden vor dem Abpfiff mit 24:23 in Führung. 19 Sekunden vor dem Ende erkämpfte sich der AZS noch einmal den Ball und leitete einen schnellen Gegenstoß ein. Diesen unterband Tim Waldenmaier mit einem taktischen Foul, als er dem polnischen Angreifer von hinten in den Arm griff und zu Boden rang. Die Folge war eine berechtigte rote Karte und ein Siebenmeter für den AZS. Hier wurde der Wünsdorfer Keeper Daniel Strumpski zum „Helden“ für Wünsdorf, indem er diesen Siebenmeter parierte und seiner Mannschaft den Sieg rettete. Damit war die erste „Turniersensation“ perfekt.
Nachdem die BSG Stahl Eisenhüttenstadt auch ihr zweites Turnierspiel gegen den AZS Zielona Góra klar mit 19:28 verloren hatte, kam es zum mit Spannung erwarteten Aufeinandertreffen der HSG Schlaubetal mit dem ehemaligen „Dauerkontrahenten“ MTV Wünsdorf, der in den letzten vier Punktspielen gegen die Schlaubetaler nicht gewinnen konnte. Bis Mitte der zweiten Halbzeit und einem Pausenstand von 11:11 verlief die Partie bis zum Stand von 15:15 völlig ausgeglichen. Dann konnte sich Wünsdorf mit einem energischen Zwischenspurt auf 15:19 absetzen und alles sah nach der ersten Turnierniederlage der Schlaubetaler aus. Vor allem deren inkonsequente Deckungsarbeit ermöglichte den Wünsdorfern in dieser Phase zu viele einfache Tore aus dem Rückraum. Doch auch hier zeigten die Schlaubetaler Kampfgeist und ihr gewachsenes taktisches Vermögen. Trotz diverser taktischer Umstellungen in der Abwehr und im Angriff seitens des Trainers kam es zu keinem „Bruch“ im Spiel der Müllroser. Der bis dahin unter seinen Möglichkeiten spielende Michael Schmidt avancierte mit sieben Treffern zum besten Torschützen seines Teams. Ihm folgten Normen Ermling mit 6 sowie Daniel Heine mit 5 Toren. Damit gelang dem Brandenburgligisten dann praktisch in letzter Sekunde doch noch der viel umjubelte Ausgleich zum 24:24.
Nachdem der MTV Wünsdorf sein letztes Spiel gegen die BSG Stahl Eisenhüttenstadt sicher mit 23:15 gewonnen hatte, musste das abschließende Turnierspiel der HSG Schlaubetal gegen den AZS Zielona Góra die Entscheidung über den Turniersieg bringen. Hier benötigten die Schlaubetaler unbedingt einen Sieg, um wie der MTV Wünsdorf auf 5:1 Punkte zu kommen und dann den Turniersieg über das bessere Torverhältnis zu erringen. Der polnische Zweitligist dagegen hatte zwar keine Chance mehr auf den Turniersieg, hätte sich jedoch mit einem Sieg auf Platz zwei schieben und die Schlaubetaler auf den dritten Platz verweisen können. So wurde es dann auch das sehr enge und hart umkämpfte Spiel. Bis zum 16:16 Mitte der zweiten Halbzeit und einer Halbzeitführung von 12:11 für den AZS Zielona Góra konnte sich kein Team entscheidend absetzen. Dann zeigte der Brandenburgligist jedoch vor allem in der Deckung eine verbesserte Leistung und vor allem Normen Ermling (10 Tore) sowie Mathias Stalla (6 Tore) hatten entscheidenden Anteil daran, dass sich die HSG Schlaubetal bis 70 Sekunden vor dem Abpfiff auf 26:29 absetzen konnte. Zwar gelangen dem AZS dann noch zwei Treffer, aber am Sieg der Schlaubetaler und damit dem Gewinn des Turniers konnte das nichts mehr ändern.
Die Zuschauer erlebten ein insgesamt sehr spannendes und zum Teil hochklassiges Turnier, das sehr gut organisiert war und auch Dank der Leistungen der Schiedsrichter, des Kampfgerichts sowie der tollen Versorgung der Aktiven und der Zuschauer ein voller Erfolg war.

Die Abschlusstabelle:

1. HSG Schlaubetal 5:1 Punkte 82:68 Tore
2. MTV Wünsdorf 5:1 Punkte 71:62 Tore
3. AZS Zielona Góra 2:4 Punkte 79:72 Tore
4. BSG Stahl Eisenhüttenstadt 0:6 Punkte 40:80 Tore