Brandenburgliga weibliche Jugend A
Gegen Tabellenführer chancenlos
VfB Doberlug-Kirchhain – HSG Schlaubetal 39:16 (18:5)
Von Steven Ermling
Gegen den neuen Tabellenführer Doberlug-Kirchhain musste die A- Jugend am Ende eine klare Niederlage gegen einen insgesamt besseren Gegner einstecken. Dass diese ohne wenn und aber sicher verdient war, steht außer Zweifel. Allerdings fiel diese insgesamt zu hoch aus. Vor allem deshalb, weil sich die HSG- Mädels einerseits selbst zu wenig zutrauten und andererseits von einer Schiedsrichterleistung beeindrucken ließen, die das Team von Trainer Steven Ermling sowohl nach seiner Einschätzung, als auch der der Spielerinnen und mitgereisten Eltern in etlichen Situationen klar benachteiligte.
Bereits in der ersten Halbzeit erwiesen sich die Gastgeberinnen insgesamt als das klar bessere Team. Zwar boten die HSG- Spielerinnen phasenweise eine gute Deckungsarbeit, ließen diese dann aber gleichermaßen praktisch von einer Minute auf die andere auch wieder vermissen, wo man den Gegnerinnen praktisch „Tür und Tor öffnete“ und damit die insgesamt gut haltende Maria Krüger im HSG- Tor allein ließ. Dies nutzten die Gastgeberinnen konsequent zu eigenen Treffern, womit sie ihren Vorsprung kontinuierlich ausbauten. Im Spiel nach vorn fehlte der Mannschaft von Trainer Steven Ermling dann aber auch die mannschaftliche Geschlossenheit und der unbedingte Wille zum Torerfolg. Diesen strahlten auf Seiten der HSG in erster Linie Anne Lubetzki und Kim- Lisa Woithe (jeweils 5 Treffer) aus, während sich der Rest der Mannschaft mit „Alibi-Abspielen“ und zu wenig Zug zum Tor mehr oder weniger „versteckte“.
Ein ähnliches Bild ergab sich dann auch in der zweiten Halbzeit, die mit 21:11 ebenfalls klar an die Gastgeberinnen ging. Hier zeigte sich aber auch, dass die HSG- Mädels mit mehr „Traute“ durchaus in der Lage waren, ihre Chancen konsequenter zu nutzen. Immerhin wurden mehr als doppelt so viele Treffer erzielt, wie in der ersten Halbzeit. Dass die nicht ausreichte, um den Tabellenführer zu fordern, war dann letztlich sicher auch eine Frage der schwindenden Kräfte. Denn eine Vielzahl der Gegentore resultierten aus einfachen Kontertoren, weil einige der HSG- Mädels nach eigenen Ballverlusten nicht mehr schnell genug oder gar nicht zurück liefen.
Obwohl diese Überlegenheit der Gastgeberinnen allemal zu einem sicheren Sieg gereicht hätte, fühlten sich die HSG- Spielerinnen vom Schiedsrichtergespann noch zusätzlich benachteiligt. Während bei den Gästen jedes „Anfassen des Gegners“ sofort bestraft wurde, blieb diese bei eindeutigen Fouls der Gastgeberinnen wie Trikotziehen oder Herunterreißen der Gegenspielerinnen oder Schläge gegen den Hals aus oder wurde bestenfalls mit Freiwurf geahndet. Dazu musste die Partie mehrfach unterbrochen werden, weil die Schiedsrichter sich in ihren Entscheidungen nicht einig waren.
Dazu Trainer Steven Ermling: „ Es gibt überhaupt keine Frage, dass Doberlug- Kirchhain dieses Spiel verdient gewonnen hat. Insofern verstehe ich überhaupt nicht, dass die Schiedsrichter aus meiner Sicht so offensichtlich unterschiedliche Regelauslegungen angewandt haben. Teilweise erinnerten die Abwehrhandlungen der VfB- Spielerinnen eher an einen griechisch-römischen Ringkampf, denn an ein Handballspiel. Das hatte mit „Gleichbehandlung“ herzlich wenig zu tun.“
Tor: Krüger, Maria:
Feld: Palwitz, Anne (1); Lubetzki, Anne (5/2); Busse, Lisa-Marie (3/1); Stürmer, Carolin 2, Moegelin, Sabrina 1, Barth, Louisa
Trainer: Steven Ermling
Schiedsrichter: Schwerdtner/Gonna – TSG Lübbenau 63
Zeitstrafen: HSG 1, VfB 1
Siebenmeter: HSG 3/3, VfB 4/3