SSV PCK 90 Schwedt gewinnt 1. EU- Handballturnier
Von W. Hohmann
Erstmals trafen sich am 14.05.2011 in der Müllroser Schlaubetal-Halle drei polnische und drei deutsche A- Jugend- Mannschaften der weiblichen A- Jugend zu einem EU- Handballturnier der Euroregion „Pro Europa Viadrina“.
Das hervorragend organisierte und von allen Teilnehmermannschaften gelobte Turnier begann für die Organisatoren mit einer unangenehmen Überraschung. Nur eine Stunde vor Turnierbeginn sagte die Mannschaft des SV Lok Rangsdorf kurzfristig ab, was die gesamte Turnierplanung inklusive der bereits fest geplanten Essenszeiten für alle Mannshaften in der Gaststätte „Zur Linde“ zu kippen drohte. Hier „rettete“ Kurzerhand die Gastgebermannschaft den Turnierablauf, indem sie ihre Mannschaft teilte und mit jeweils nur einer Wechselspielerin als HSG Schlaubetal I und II an den Start ging, auch wenn man dabei die fest angestrebte Finalteilnahme praktisch wegen fehlender Wechselalternativen aufs Spiel setzte.
Nach der Turniereröffnung durch den Müllroser Bürgermeister Ingomar Friebel entwickelte sich von Beginn an ein hochklassiges und spannendes Turnier. Erster Höhepunkt war vor dem Beginn der Spiele die Auszeichnung des SSV PCK 90 Schwedt durch den Staffelleiteiter Martin Decker mit der Bronzemedaille. Diese hatten die Schwedterinnen in der Oberliga der weiblichen Jugend B der Saison 2010/2011 gewonnen.
Im ersten Turnierspiel standen dann in der „deutschen Staffel“ die beiden Mannschaften der HSG Schlaubetal gegenüber. Hier gewann die HSG Schlaubetal I mit 14:8, was dann aber bereits entscheidend für die Finalteilnahme sein sollte. Denn der SSV Pck 90 Schwedt trennte sich im zweiten Staffelspiel von der HSG Schlaubetal I 10:10 Unentschieden. Somit entschied die letzte Partie zwischen den Schwedterinnen und der HSG Schlaubetal II über den Staffelsieg, den der SSV PCK 90 Schwedt nach einem überzeugenden 17:7 wegen des um vier Treffer besseren Torverhältnisses erringen konnte.
In der „polnischen Staffel“ setzte sich der Partnerverein der HSG Schlaubetal, Uks Iskra/Ks. Zorza Kowalow nach zwei Siegen gegen Sparta Gubin (19:7) und Czarny Zagan (15:6) in überzeugender Manier durch und wurde bereits von vielen als eindeutiger Turnierfavorit gehandelt. Im dritten Spiel dieser Staffel gewann Czarny Zagan in einem packenden Spiel knapp mit 12:11.
Damit standen die ab 14.30 Uhr stattfindenden Endspielpaarungen fest, die entsprechend dem Turnierplan jeweils von einer deutschen und einer polnischen Mannschaft bestritten wurden. Dazu fanden sich dann auch insgesamt etwa 120 Zuschauer in der Halle ein und erlebten packende Finalspiele.
Im Spiel um Platz 5 traf die zweite Mannschaft der HSG Schlaubetal auf Sparta Gubin. Hier verbuchten die Schlaubetalerinnen in ihrem besten Turnierspiel einen überzeugenden 20:13 Erfolg. Dieser wurde so bejubelt, als hätte man gerade den Turniersieg errungen.
Im Spiel um Platz drei standen sich die erste Mannschaft der HSG Schlaubetal und Czarny Zagan gegenüber. Auch hier konnten sich die Schlaubetalerinnen von Trainer Steven Ermling mit einer überzeugenden Leistung klar mit 24:11 durchsetzen. Aus der geschlossenen Mannschaftsleistung ragte Anne Lubetzki noch heraus, die allein 8 Treffer erzielte.
Den absoluten Höhepunkt des Turniers erlebten die Zuschauer dann im Endspiel zwischen dem SSV PCK 90 Schwedt und Uks Iskra/Ks. Zorza Kowalow. In einem absolut ausgeglichenen und überaus dramatischen Spiel kam es dann ganz anders, als von den meisten erwartet wurde. Denn die als Favoritinnen angesehenen Iskra- Spielerinnen konnten ihrer Favoritenrolle nicht so gerecht werden, wie man es erwartet hatte. Das lag vor allem daran, dass die Schwedterinnen sowohl in der Abwehr als auch im Angriff eine geschlossene Mannschaftsleistung ablieferten, aus der Torhüterin Saskia Haas noch heraus ragte, die mehrfach toll reagierte und klare Tormöglichkeiten vereitelte. So stand es zur Halbzeit auch nur 10:9 für Kowalow. Die zweite Halbzeit war dann an Spannung kaum zu überbieten. Auch hier konnte sich bis zum 11:11 keine der Mannschaften entscheidend absetzen. Als die beiden sehr gut leitenden polnischen Schiedsrichter in der 44. Minute gegen den SSV PCK 90 Schwedt erst eine rote Karte und gleich anschließend eine Zeitstrafe verhängten, konnte sich Kowalow binnen kürzester Zeit auf 16:12 absetzen. Damit schienen die Würfel gefallen zu sein. Dem war aber nicht so. Während die Spielerinnen aus Kowalow in der Folge selbst klarste Tormöglichkeiten nicht nutzten, holte Schwedt Tor um Tor auf, so dass es am Ende 17:17 Unentschieden stand. Entsprechend den Turnierregeln kam es damit sehr zur Freude der begeisterten Zuschauer zu einer Entscheidung durch Siebenmeterwerfen. Nachdem von den drei nominierten Spielerinnen beider Mannschaften die beiden ersten jeweils getroffen hatten, vergab ausgerechnet die später als beste Turnierspielerin geehrte Werferin aus Kowalow, so dass der Turniersieg mit 20:19 an den SSV PCK 90 Schwedt, der von der Mannschaft frenetisch bejubelt wurde. Einen tolleren Abschluss hätte dieses spannende und auch spierisch auf einem hohen Niveau stehende Spiel kaum finden können.
Bei der sich unmittelbar anschließenden Siegerehrung konnte Turnierleitungsmitglied Gerd Kupsch dann noch Anne Lubetzki von der HSG Schlaubetal I als beste Torschützin (18 Treffer), Anna Murawska von Uks. Iskra/Ks. Zorza Kowalow als beste Spielerin und Saskia Haas vom SSV PCK 90 Schwedt als beste Torhüterin auszeichnen.
Am Ende waren sich alle Beteiligten einig, ein hervorragend organisiertes Turnier erlebt zu haben, das neben dem sportlichen Aspekt auch zur Festigung der deutsch-polnischen Freundschaft beigetragen hat. Dazu haben auch das jeweils deutsche und polnische Schiedsrichterpaar ihren Beitrag geleistet, die alle Partien abwechselnd sehr gut geleitet haben. Dazu stellten die Verantwortlichen von Czarny Zagan auch völlig uneigennützig ihren Reisebus zur Verfügung, so dass alle Mannschaften „immer gemeinsam zum Essen fahren konnten. Und nicht zuletzt stand mit Katarzyna Dec die Torhüterin von Kowalow als Dolmetscherin zur Verfügung, die immer dann zur Verfügung stand, wenn sie gebraucht wurde.