C- Jugend verpasst die Qualifikation zur Oberliga
von Stefan Härtel
Fünfzehn Vereine hatten für die neue Oberligasaison 2011/ 2012 der C- Jugend in Brandenburg gemeldet. Für die zwölf zur Verfügung stehenden Plätze waren die ersten fünf Teams der vergangenen Meisterschaftsrunde direkt qualifiziert. Die restlichen sieben Plätze mussten entsprechend der Regelungen des Brandenburger Handballverbandes im Rahmen eines Qualifikationsturniers ausgespielt werden.
Für unsere sich im Umbruch befindliche Mannschaft kam dieses Turnier zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Vier Leistungsträger der letzten Saison mussten das Team altersbedingt verlassen. Die Integration von Spielern aus der eigenen D- Jugend sowie die Erweiterung des Spielerkaders war gerade erst begonnen worden. Trotzdem entschieden die Verantwortlichen der HSG, die sportliche Qualifikation auch unter diesen Bedingungen anzugehen. Mit Peter Schmoll (zuletzt MTV Altlandsberg) war es gelungen, kurzfristig einen sehr erfahrenen Trainer für die C- Jugend zu gewinnen und mit dieser schweren Aufgabe zu betrauen. In einem intensiven Trainingsprogramm innerhalb der letzten zwei Wochen vor dem Turnier versuchte der Trainer, den zur Verfügung stehenden Spielerkader soweit wie möglich zusammenzufügen. Dabei kamen erschwerend der sehr unterschiedliche Leistungsstand der einzelnen Spieler sowie die teilweise wieder schlechte Beteiligung am Training hinzu.
Am 05.06.2011 fand das Qualifikationsturnier in Rangsdorf bei hochsommerlichen Temperaturen statt. Mehrere Eltern kamen zur Unterstützung unserer Mannschaft mit zum Turnier. Leider gab es für das HSG Team eine weitere Schwächung. Der etatmäßige Torhüter Pascal David durfte kurzfristig nicht mitfahren. Sicherlich hat es für diese Entscheidung der Eltern Gründe gegeben. Da Handball jedoch eine Mannschaftssportart ist, wurde dadurch aber letztendlich die ganze Mannschaft bestraft. Außerdem sagte kurzfristig auch noch Christian Waschkowski wegen einer Erkrankung ab. Die Folgen für das Aufbauspiel der HSG zeigten sich im Turnierverlauf sehr deutlich, da Christian, obwohl er in Cottbus an der Sportschule trainiert, als eine wichtige Stütze der Mannschaft für die neue Saison eingeplant ist. Drei mitgereiste neue Spieler unserer Mannschaft konnten leider aus formellen Gründen nicht am Turnier teilnehmen. Somit standen dem Trainer nur acht Feldspieler und der Ersatztorwart Erik Laboth zur Verfügung.
Von den zehn gemeldeten Mannschaften reisten schließlich neun Teams in Rangsdorf an. Angermünde hatte sehr kurzfristig seine Mannschaft zurückgezogen. Gespielt wurde in zwei Gruppen im Modus jeder gegen jeden. Die HSG hatte bei der Auslosung Glück und kam in die Vierergruppe. Somit war auf jeden Fall ein eventuelles Entscheidungsspiel gegen den Vierten der anderen Gruppe auf jeden Fall gesichert. Aber klares Ziel von Trainer und Spielern war mindestens Platz drei und dadurch die direkte Qualifikation für die neue Oberligasaison.
Gleich im ersten Spiel ging es gegen die Sportschüler aus Cottbus. Einen Erfolg unserer Jungs hatte sicherlich keiner der mitgereisten Fans erwartet. Aber anfangs drohte unserem Team ein Debakel. Gegen die schnellen Spielzüge der Cottbuser war die Abwehr meist chancenlos. Im eigenen Angriff gelang es andererseits nur sehr selten, sich Chancen herauszuspielen. Nur durch Einzelaktionen konnten Torerfolge erzielt werden. Mit dem 4:15 konnte unsere Mannschaft am Ende noch zufrieden sein.
Der Trainer zeigte vor dem nächsten Spiel gegen Neuruppin den Spielern ihre Fehler und Schwächen auf und versuchte durch taktische Umstellungen der Mannschaft mehr Wirkung zu geben. Dies zeigte anfangs auch Erfolg. Jetzt wurde von unserem Team Handball gespielt. Durch eine sehr gute Wurfquote von Max Matzk konnte unser Team bis zum 5:4 eine Führung verteidigen. Was dann passierte konnten sich jedoch weder der Trainer noch die mitgereisten Eltern erklären. Nach einer Zweiminutenstrafe für Jonas Kleinert häuften sich die Fehler im eigenen Spiel gravierend. Immer wieder gab es unnötige Ballverluste und den Neuruppinern wurde ganz viel Platz für ihr Spiel gegeben. Auch eine Auszeit des Trainers bewirkte keinerlei Veränderung. So gelang es den Neuruppinern mit acht auf- einander folgenden Treffern das Spiel für sich zu entscheiden. Der Entstand des Spiels war 8:14.
In seiner Analyse des Spiels bemängelte der Trainer, dass in einem Spiel sicherlich auch mal eine schwächere Phase und Konzentrationsschwierigkeiten vorkommen können, was aber nicht geht ist, sich dann völlig kampflos seinem Schicksal zu ergeben. Gegen Oranienburg musste jetzt unbedingt ein Sieg her. In der letzten Saison hatte es gegen die Oranienburger jeweils spannende Spiele gegeben. Zu Beginn konnte unser Team recht gut mithalten. Immer wieder gelang es den Anschlusstreffer zu erzielen. Florian Lusansky konnte dabei insgesamt vier Treffer erzielen. Doch leider sollte dies am Ende wieder nicht reichen. Eine erneute „Tiefschlafphase“ mit einem katastrophalen Abwehrverhalten und einem zu berechenbaren Spielaufbau, ließen die Oranienburger enteilen. Positiv zu diesem Spiel ist anzumerken, dass, als eigentlich alles verloren war, unsere Spieler Moral zeigten und eine tolle Aufholjagd starteten. Vor allem die jungen Spieler Maxilmillian Fechner, Jakob Rüffer und Oliver Stein ließen zu diesem Zeitpunkt ihr Potential aufblitzen. Dies entschädigte die mitgereisten Fans zu einem gewissen Teil für das bisher Erlebte. Am Ende gab es mit dem 10:13 aber die dritte Niederlage.
Vor dem Entscheidungsspiel um Platz sieben, und der damit noch zu erreichenden Qualifikation für die Oberliga, gab es eine längere Pause. So konnten unsere Spieler eigentlich genügend Kraft für die letzte Partie tanken. Als zusätzliche Motivation gab es beim nahen Italiener für jeden Spieler eine Kugel Eis. Gegen Bad Liebenwerda konnte dann aber nur zu Beginn mitgehalten werden. Als Thomas Waschkowski schon frühzeitig eine Zweiminutenstrafe kassierte, konnte unser Team dem Gegner in Unterzahl nichts mehr entgegenhalten. Der dadurch zwangsläufige Rückstand konnte trotz guter Trefferquoten von Maximillian Fechner von der Außenseite und Max Matzk nicht mehr aufgeholt werden. In diesem Spiel offenbarten sich dann letztendlich auch Konditionsprobleme bei unseren Spielern.
Fazit: Mit dem derzeitig vorhandenen Potential der Mannschaft und den beschriebenen Unsicherheiten wäre das Unternehmen Oberliga sicherlich sehr schwierig geworden, da das Potential der zukünftigen Gegner teilweise doch deutlich höher lag. Insofern gilt es für unsere Mannschaft in der neuen Saison die Chance in der Kreisliga für einen kontinuierlichen Neuaufbau zu nutzen. Mit einer ordentlichen Vorbereitung, mehr Mannschaftsorientiertheit des einen oder anderen und etwas Zeit für den neuen Trainer, die Mannschaft spielerisch, konditionell und mental zu entwickeln, sollte sich auch wieder der Erfolg einstellen.
An dieser Stelle bleibt noch anzumerken, dass es im Rahmen des Turniers einen Abwerbeversuch für einen Spieler unserer Mannschaft gab. Fest steht, dass sicherlich keinem talentierten Spieler seitens der HSG der Weg in ein Leistungszentrum des Handballs und eine damit noch intensivere handballerische Entwicklung verwehrt wird. Aber die Art der jetzigen Vorgehensweise durch den betreffenden „Talentescout“ muss kritisch bewertet werden. Ein besseres Miteinander der Vereine wäre hier wünschenswert!
Turniersieger wurden übrigens die Sportschüler aus Cottbus.
HSG Schlaubetal:
Tor: Laboth, Erik
Feld: Fechner, Maximillian (3); Härtel, Till (2); Kleinert, Jonas (1); Lusansky, Florian (5); Matzk, Max (17); Rüffer, Jakob; Stein, Oliver; Waschkowski; Thomas (4);
à in Klammern die erzielten Tore im Turnier
Trainer: Schmoll, Peter,