Verbandsliga Süd Frauen
Sensationeller Auftaktsieg der "Schlaubetal-Frauen
HSG Schlaubetal - HSG RSV Teltow/Ruhlsdorf 25:21 (9:9)
Von W. Hohmann
Gleich zum Auftaktspiel der HSG Schlaubetal in der Verbandsliga Süd musste der Aufsteiger gegen den Absteiger aus der Brandenburgliga antreten. Dabei plagten HSG- Trainer bereits vor dem Spiel jede Menge Sorgen. Denn mit Doreen Heuseler, Ute Wagner, Sarah Regen, Carolin Vogel, Daniela Hallasch (alle erkrankt bzw. verletzt) sowie Anita Slapczinska (beruflich verhindert) konnten gleich sechs Stammspielerinnen nicht eingesetzt werden, obwohl einige von ihnen auf der Auswechselbank Platz genommen hatten. Das bereitete nicht nur Aufstellungssorgen sondern ließ auch kaum irgendwelche taktischen Varianten zu.
Das schien gerade in den ersten zehn Spielminuten auch in den Köpfen der Spielerinnen zu stecken. Von Selbstbewusstsein, Siegeswillen und einem sicheren Spiel war in den Reihen der HSG- Spielerinnen weit und breit nichts zu sehen. Statt dessen Mutlosigkeit, eine Vielzahl einfacher technischer Fehler und schwache Wurfleistungen. Die Folge war ein schneller 1:4 Rückstand und es sah alles nach einem leichten Sieg für den spielerisch ebenfalls enttäuschenden Gegner aus.
Dann sollte jedoch alles ganz anders kommen. Vor allem Nadine Lauersdorf ließ sich von der allgemeinen Mutlosigkeit nicht anstecken, kämpfte und traf in der Anfangsphase gleich viermal in Folge. Die Folge war kein weiteres Anwachsen des Rückstandes, sondern der 6:6 Ausgleich. Das rief auch sofort die etwa 100 Zuschauer auf den Plan, die ihre Mannschaft nun frenetisch anfeuerte. Bis zur Halbzeit verlief das Spiel weiter völlig ausgeglichen, so dass beim Stand von 9:9 die Seiten gewechselt wurden.
Dann aber noch ein weiterer Schock. Josefine Nietsche verletzte sich so schwer, dass sie nicht weiter spielen konnte. Aber auch von diesem erneuten Rückstand ließen sich die HSG- Frauen nicht beeindrucken. Sie kämpften unermüdlich weiter und nachdem sich die beiden Torfrauen Maria Tismer und Anita Barancow immer mehr steigerten, konnte sich die Mannschaft bis Mitte der zweiten Halbzeit eine 17:15 Führung erspielen. Dass die Partie zu diesem Zeitpunkt weiterhin offen war, lag vor allem daran, dass die HSG- Deckung gegen die Nr. 10 des Gegners Verena Dierich kaum ein Mittel fand. Diese traf allein neunmal für ihre Mannschaft und hielt ihr Team damit weiterhin im Spiel.
Dann kam jedoch der entscheidende Zwischenspurt der HSG- Frauen. Nach mehrfachen Ballgewinnen durch Abpraller von der nun gut stehenden Abwehr bzw. durch die Torfrauen gehaltene Bälle leitete das HSG- Team mehrfach schnelle Konter ein, die vornehmlich von Marlena Towarnicka (6 Tore) erfolgreich abgeschlossen wurden. Dazu traf die überragende Akteurin des Spiels Nadine Lauersdorf weiter und konnte allein 12 Tore für ihre Mannschaft erzielen. Dadurch konnte der Vorsprung auf 21:16 ausgebaut werden, was die Vorentscheidung in diesem Spiel bedeutete.
Am Ende stand ein ungefährdeter 25:21 Sieg zu Buche, der von den Zuschauern und Spielerinnen gleichermaßen ausgelassen gefeiert wurde.
Auch beim überglücklichen Trainer Gerd Tismer hatte dieses Spiel sichtlich Spuren hinterlassen. „Ich muss meinen Mädels ein riesen Kompliment machen. Praktisch haben wir ja nur mit der halben Mannschaft gespielt und nach 10 Minuten hatte ich richtig Bedenken, dass wir gleich im ersten Spiel eine richtige „Klatsche“ bekommen könnten. Ein riesen Lob an die gesamte Mannschaft, dass sie dieses Spiel noch gedreht haben. Auch wenn ich eigentlich niemanden persönlich hervorhebe, muss ich das heute doch tun. Ein großes Kompliment an unsere Nadine (Lauersdorf). Nicht nur wegen der 12 Tore, sondern vor allem deshalb, dass sie die ganze Mannschaft mitgerissen hat. Wir haben aber keinen Grund zu Abheben. Ich hoffe nur, dass nächste Woche einige Spielerinnen wieder fit sind. Denn dann wartet mit dem Luckenwalder HV auswärts ein ganz schwerer Brocken auf uns.“
Tor: Maria Tismer, Anita Barancow
Feld: Nadine Lauersdorf 12/3, Marlena Towarnicka 6/1, Sonja Lumm, Ute Wagner, Lysianne Kersten, Jaqueline Riedel, Josefine Nietsche, Bonita Thomas 2, Julia Kupper 3, Kimberly Arndt 2
Trainer: Gerd Tismer
Co-Trainer: Gerd Kupsch
Betreuer: Kasia Dec
Schiedsrichter:: Wilhelm/Höhne – SSV PCK 90 Schwedt
7-Meter: HSG 5/4, Teltow/Ruhlsdorf 1/0
Zeitstrafen: HSG 3 , Teltow/Ruhlsdorf 3