Verbandsliga Süd Frauen
Sympathiegewinn trotz Niederlage
HSG Schlaubetal - HV Calau 19:27 (9:17)
Von W. Hohmann
Unterschiedlicher wie vor diesem Spiel hätte die Rollenverteilung gar nicht sein können. Während die Calauer als ungeschlagener Tabellenführer und einem eingespielten Team samt voller Auswechselbank antraten, plagten HSG- Coach Gerd Tismer immense Verletzungssorgen und anderweitige Ausfälle. Torfrau Anita Barancow fehlte berufsbedingt ebenso wie Kreisspielerin Anita Slapczinska. Sarah Regen, Jaqueline Riedel und Carolin Vogel fielen verletzungsbedingt aus und die zwar auf der Bank sitzenden Ute Wagner und Kapitänin Doreen Heuseler waren ebenfalls stark angeschlagen.
Demzufolge mussten mit Julia Kupper und Lisa-Marie Woithe zwei A- Jugendspielerinnen aushelfen und Doreen Heuseler konnte nur für ein paar Minuten eingesetzt werden. Damit fehlte praktisch fast das gsamte „Stammteam“ und Trainer Gerd Tismer musste eine Mannschaft auf das Parkett schicken, die so noch nie zusammen gespielt hatte.
Das war dann der Mannschaft speziell in der 1. Halbzeit auch deutlich anzumerken. Doreen Heuseler fand sich als eigentliche Rückraumspielerin zumindest für ein paar Minuten am Kreis wieder, die eigentlich auf den Halbpositionen spielende Nadine Lauersdorf musste auf einmal auf der mittleren Aufbauposition spielen und Marlena Towarnicka „durfte“ sich als Rückraumschützin ausprobieren.
Umso erstaunlicher war dann, wie diese „Notbesetzung“ gerade in der Anfangsphase und dann speziell in der zweiten Halbzeit, dem haushohen Favoriten Paroli bot. Mit einem unbändigen Kampfgeist hielten die Schlaubetalerinnen bis zum 5:6 das Spiel völlig offen. Danach führten dann einige (zu erwartende) leichte Fehler im Spielaufbau (Abspiel- Fang- und technische Fehler) vermehrt zu Ballverlusten. Diese nutzte der Tabellenführer dann auch konsequent zu Treffern und baute die Führung bis zur Halbzeit auf 9:17 aus. Damit war das Spiel eigentlich schon entschieden und für die zweite Halbzeit wurde von nicht wenigen ein „Debakel“ befürchtet.
Aber genau das Gegenteil trat ein. Die zweiten dreißig Minuten verliefen mit einem Spielstand von 10:10 völlig ausgeglichen. Zu dem angeführten Kampfgeist kamen nun auch sehr gute spielerische Elemente. Ein ums andere Mal erarbeitete sich die Mannschaft zahlreiche freie Wurfpositionen. Hier hatten es die Calauerinnen einzig ihrer stark haltenden Torfrau Susann Radenz zu verdanken, dass die Schlaubetalerinnen den Rückstand nicht entscheidend verringern konnten. Dazu scheiterte Nadine Lauersdorf trotz sechs verwandelter Siebenmeter noch fünfmal vom Siebenmeterpunkt. Das kämpferische Engagement der gesamten Mannschaft übertrug sich auch sofort auf die etwa 130 Zuschauer, die jeden HSG- Treffer bejubelten, als hätte ihr Team gerade irgendeine Meisterschaft gewonnen. Genau genommen hätten sich die Calauerinnen auch nicht beschweren können, wenn es zu einem richtig engen Spiel gekommen wäre. Denn wenn man einmal davon ausgeht, dass die HSG- Spielerinnen insgesamt neun freie Wurfpositionen und fünf Siebenmeter nicht zu Treffern nutzten und darüber hinaus in der ersten Halbzeit allein acht Kontertore nach eigenen leichten Ballverlusten „fingen“, dann wäre in diesem Spiel sogar noch mehr drin gewesen.
So sah es dann auch Trainer Gerd Tismer nach dem Spiel: „Auch wenn wir verloren haben und zu viele einfache Fehler gemacht haben, bin ich doch stolz auf die Mädels. Zugleich hat dieses Spiel auch gezeigt, welches Potential in dieser Mannschaft steckt. Zugleich möchte ich die Gelegenheit nutzen, um mich noch einmal bei unserem tollen Publikum zu bedanken, das uns von der ersten bis zur letzten Minute angefeuert hat.“
Und Gästetrainer Matthias Kleindienst gab das Kompliment zurück: „Jetzt ist mir auch klar, warum Teltow/Ruhlsdorf hier als Absteiger aus der Brandenburgliga verloren hat.“
Tor: Maria Tismer
Feld: Nadine Lauersdorf 7/6, Marlena Towarnicka 5, Sonja Lumm 1, Ute Wagner, Lysianne Kersten 1, Josefine Nietsche 1, Julia Kupper 2, Kim-Lisa Woithe 2, Nadja Höhl, Doreen Heuseler
Trainer: Gerd Tismer
Betreuer: Kasia Dec
Schiedsrichter:: Hirthe/Diederich – HSC 2000 Frankfurt (Oder)
7-Meter: HSG 11/6, HV Calau 3/3
Zeitstrafen: HSG 3 , Teltow/Ruhlsdorf 4