Verbandsliga Süd Frauen

Aufholjagd nicht belohnt

HSG Schlaubetal - SV Eintracht Ortrand 23:25 (11:13)
Von W. Hohmann

Der Ärger über diese Niederlage stand den Frauen der HSG Schlaubetal nach dem Spiel förmlich im Gesicht geschrieben. Dabei wird sie nicht die Niederlage an sich, sondern vor allem die Art und Weise des Zustandekommens geärgert haben
Obwohl die erste Halbzeit dieses Spiels sehr ausgeglichen verlief, wurde vermutlich gerade hier der durchaus mögliche Sieg verspielt. Beiden Mannschaften war anzumerken, dass sie dieses Spiel unbedingt gewinnen wollten. Dementsprechend ausgeglichen verlief auch die 1. Halbzeit. Über die Spielstände 3:3, 5:5 und 7:7 konnte sich keine Mannschaft absetzen. Vor allem deshalb nicht, weil die Gastgeberinnen sich das Leben in den ersten 30 Minuten selbst schwer machten. Spielerisch waren sie den Gästen eigentlich überlegen, verstanden es jedoch nicht, diese Überlegenheit auch in Tore umzumünzen. Während in der Abwehr mit einer bärenstark haltenden Torfrau im Kasten diverse Ballgewinne gelangen, wurden diese dann im Angriff zum Teil leichtfertig wieder „weggeworfen“. So brachten es die HSG- Frauen in der ersten Hälfte auf insgesamt 11 Abspiel- Fang- und technische Fehler sowie 4 Torwürfe, die über oder neben dem Tor der Gegnerinnen landeten. Aus diesen 15 leichten Ballgewinnen konnte der SV mit schnellen Kontern allein sieben Treffer erzielen. Das reichte letztlich, um mit einer 11:13 Führung in die Halbzeit zu gehen.
Die ersten fünfzehn Minuten der zweiten Halbzeit gingen dann genauso weiter. Während sich die HSG- Frauen in Fehlabspielen, Schrittfehlern und unplatzierten Torwürfen geradezu selbst überboten, liefen die Gäste des SV Eintracht Ortrand einen Konter nach dem anderen und bauten so ihren Vorsprung auf neun Tore zum 13:22 aus. Damit schien die Partie dann endgültig entschieden zu sein.
Doch urplötzlich lief das Spiel der Gastgeberinnen wieder. Vor allem Nadine Lauersdorf (11 Tore) und Janett Witte (5 Tore) trieben ihre Mitspielerinnen unaufhaltsam nach vorn und die Deckung stand auf einmal wie eine Wand. Nachdem Ortrand bei sieben eigenen Angriffen in Folge kein Tor mehr erzielen konnte, verkürzten die Gastgeberinnen auf 19:22. Jetzt war das Spiel wieder völlig offen und es bestand sogar die Chance zur Wende und zum Sieg. Aber ausgerechnet in dieser Phase konnten die Gäste wieder zwei einfache Fehler zu Treffern nutzen und am Ende das Parkett nicht unverdient mit 23:25 als Sieger verlassen. Einfach deshalb, weil sie im Gegensatz zu den Gastgeberinnen weit weniger Fehler machten und ihre Chancen über das gesamte Spiel gesehen besser nutzten.
So verständlich der Ärger über die letztlich verschenkte Möglichkeit eines Sieges auch ist. Am Ende müssen die Leistungen der letzten 15 Minuten der Maßstab für die kommenden Spiele sein. Denn gerade hier haben die Schlaubetalerinnen gezeigt, dass sie durchaus in der Lage sind, mit den meisten Mannschaften mithalten zu können. Dies muss dann aber auch über 60 Minuten der Fall sein. Daran sollte man sich orientieren und im Training weiter konsequent daran arbeiten, dass die zu hohe Zahl der einfachen Fehler reduziert wird.

Tor: Anita Barancow
Feld: Nadine Lauersdorf 11/2, Sonja Lumm, Ute Wagner, Lysianne Kersten 2, Julia Kupper 1, Doreen Heuseler, Carolin Vogel, Bonita Thomas 3, Sarah Regen 1/1, Janett Witte 5
Trainer: Gerd Tismer
Co-Trainer: Matthias Gliese
Schiedsrichter:: Laurentzsch/Lehmann – HSC Cottbus
7-Meter: HSG 5/3, HV SV 5/2
Zeitstrafen: HSG 4 , SV 2