Verbandsliga Süd Frauen

"Verschenkter" Derby-Sieg gegen "Hütte"

HSG Schlaubetal - BSG Stahl Eisenhüttenstadt 25:25 (11:13)
Von W. Hohmann

Noch lange nach diesem spannenden Derby der HSG- Frauen gegen die BSG Stahl Eisenhüttenstadt erregte das Endergebnis von 25:25 noch die Gemüter bei Spielerinnen und Zuschauern, vornehmlich auf Seiten des Gastgebers. Denn am Ende war es aus Sicht der Gastgeber und auch ihres Trainers praktisch ein „verschenkter Sieg“.
Die Probleme bei den Gastgeberinnen begannen praktisch schon vor dem Spiel. Denn neben der verletzten Torhüterin Maria Tismer fiel auch Anita Barancow aus beruflichen Gründen aus. Damit stand für Trainer Gerd Tismer als einzige Alternative zur Wahl, die beste Rückraumwerferin der HSG Nadine Lauersdorf in den „Kasten“ zu stellen, die diese Position früher im FHC- Juniorteam gespielt hatte. Die „Rettung“ kam in Person von Kimberly Arndt, die sich trotz Verletzung in das Tor stellte und mit einigen Paraden ihre Sache auch gut über die Zeit brachte.
Bis etwa Mitte der 1. Halbzeit beherrschte die BSG Stahl Eisenhüttenstadt das Spiel nach Belieben. Während die Gastgeberinnen sich einen technischen Regelfehler nach dem anderen leisteten, die von den sehr gut leitenden Wildauer Schiedsrichterinnen Karoline Noack und Madlen Tornow auch konsequent geahndet wurden, nutzten sie diese Ballgewinne mit schnellen Kontern oder sicheren Spielzügen, um sich eine 3:10 Führung zu erarbeiten. Erst danach fanden die Schlaubetalerinnen nach und nach besser in dieses Spiel. Jetzt stand auch die Deckung gegen die wendigen Eisenhüttenstädterinnen sicher und man ließ nur einen Treffer zu. Selbst erzielte man dagegen fünf Treffer, so das die Partie beim Stand von 8:11 wieder völlig offen war. Jetzt war es ein „echtes“ Derby und die HSG- Frauen konnten bis zur Halbzeit den Rückstand bis auf zwei Tore zum 11:13 weiter verkürzen.
Die zweite Halbzeit verlief dann völlig anders als die erste. Zunächst konnten die Stahl- Spielerinnen ihre Führung bis zum 12:15 behaupten. Danach machte sich bei den Gästen, die mit nur zwei Wechselspielerinnen angereist waren, ein deutlicher Kräfteabfall bemerkbar. In der Abwehr wurde nicht mehr so konsequent gearbeitet und auch den Kombinationen im Angriff fehlte es zunehmend an Schnelligkeit. Dagegen gewannen die HSG- Frauen zunehmend an Spielsicherheit. Angetrieben von dem nun auch „erwachten“ Publikum in der Schlaubetal-Halle, wurde der Spielverlauf komplett gedreht. Die Stahl- Spielerinnen waren kaum noch in der Lage, platzierte Würfe abzugeben, scheiterten oftmals schon am sehr gut stehenden Schlaubetaler „Block“ und kassierten so sechs Gegentore in Folge. Damit lagen jetzt die HSG- Frauen mit 17:15 in Front. Jetzt wurde es ein offener Schlagabtausch. Bis zum Stand von 23:21 war der Spielausgang in der 57. Minute völlig offen. Danach erhöhten die HSG-Frauen auf 24:21 und das Spiel schien gelaufen zu sein. Dem war aber keineswegs so. Denn das Stahl-Team gab sich noch längst nicht geschlagen. In den letzten knapp zwei Minuten besaßen die Schlaubetalerinnen gleich vier hundertprozentige Einwurfmöglichkeiten, die allesamt ungenutzt blieben. Selbst das 25:23 ganze 45 Sekunden vor dem Abpfiff reichte nicht zum Spielgewinn. Statt den Ball zu halten und den vermeintlich letzten Angriff über die Zeit zu bringen, wollte man ganz schnell den entscheidenden Treffer anbringen, was prompt nicht gelang. Statt dessen erzielten die Eisenhüttenstädterinnen erst den Anschlusstreffer zum 24:25 und drei Sekunden vor dem Abpfiff das 25:25 Unentschieden.
Betrachtet man den Verlauf beider Halbzeiten, so ist dieses Resultat am Ende leistungsgerecht. Einfach deshalb, weil Stahl in der 1. Halbzeit über weite Strecken die dominierende Mannschaft war und weil es die HSG- Frauen am Ende selbst versäumten, aus ihren klaren Tormöglichkeiten die spielentscheidenden Treffer zu erzielen.

Tor: Kimberly Arndt
Feld: Nadine Lauersdorf 9/5, Lysianne Kersten, Josefine Nietsche 4, Bonita Thomas 2, Doreen Heuseler, Carolin Vogel, Marlena Towarnicka 4/1, Janett Witte 3, Diana Hallasch, Uta Schulz 3
Trainer: Gerd Tismer
Betreuer: Kasia Dec
Schiedsrichter:: Noack/Tornow – HSV Wildau
7-Meter: HSG 8/6, HV Stahl 4/3
Zeitstrafen: HSG 3 , Stahl 6