Verbandsliga Süd

Tabellenzweiten selbst zum Sieg verholfen

HSG Schlaubetal – HV Luckenwalder 09 16:19 (8:8)

Von W. Hohmann

Betrachtet man das Endergebnis und den Halbzeitstand dieses Spiels könnte man davon ausgehen, dass die Frauen der HSG den haushohen Favoriten mit einer Top- Leistung praktisch am Rand einer Niederlage hatten. Bezogen auf die Abwehr und die über das gesamte Spiel andauernde gute kämpferische Einstellung ist dies auch durchaus richtig.
In der Abwehr boten die Schlaubetalerinnen sicher eine der besten Saisonleistungen überhaupt. Hier wurde meist gut verschoben, rechtzeitig heraus getreten und so die Räume für den Gegner eng gemacht. Dazu bot Maria Tismer im HSG- Tor eine absolut überzeugende Leistung. Sie konnte nicht nur zwei Siebenmeter der Luckenwalderinnen parieren, sondern darüber hinaus insgesamt 21 Würfe parieren.
Das hatte zur Folge, dass dem Tabellenzweiten nur insgesamt 19 Treffer, davon 8 in der ersten Halbzeit und elf in der Zweiten, gelangen. Wenn man dann noch in Betracht zieht, dass die Luckenwalderinnen in der Mehrzahl ihrer Spiele mehr als 30 Treffer erzielt haben, ist diese Abwehrleistung nicht hoch genug einzuschätzen, zumal man das Hinspiel sang- und klanglos mit 41:15 verloren hatte. Lediglich bei der 17:16 Auswärtsniederlage der Luckenwalderinnen beim Tabellenführer TSV Germania Massen erzielten sie weniger Treffer.
Diese hervorragende Abwehrleistung der Gastgeberinnen war auch ausschlaggebend dafür, dass man mit einem 8:8 Halbzeitstand in die Kabine gehen konnte. Zu Beginn des Spiels war man dem Gegner sogar in allen Belangen überlegen und erspielte sich in den ersten Minuten sogar eine 5:2 Führung.
Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Denn im Spiel nach vorn sah es für die Gastgeberinnen alles andere als positiv aus und dürfte die Spielerinnen am Ende selbst am meisten geärgert haben. Insgesamt verloren die HSG- Frauen im Spiel nach vorn 31! Mal den Ball durch einfache technische Fehler wie Fang- Abspiel- oder Schrittfehler, Kreisfehler oder falsche Sperren. Bei der Mehrzahl der eigenen Angriffe kam man deshalb erst gar nicht zu einem Abschluss. Dazu kamen zwei vergebene Siebenmeter sowie einige unplatzierte Würfe. Mit dieser viel zu hohen Fehlerquote sorgte man am Ende praktisch selbst dafür, dass sich der Tabellenzweite am Ende doch noch mit 16:19 durchsetzen konnte und praktisch „mit einem blauen Auge“ davon kam.
Zugleich zeigen diese Zahlen aber auch, welches Potential tatsächlich in der Mannschaft steckt. Um dieses in den kommenden Spielen auch in Punkte umzuwandeln, muss die Mannschaft jetzt im Training auch Wege finden, die eigene Fehlerquote auch tatsächlich im Spiel zu senken. Denn diese wird in fast allen bisher verloren gegangenen Spielen als die Hauptursache angesehen. Wen man hierbei genauso erfolgreich ist, wie bei der offensichtlichen Verbesserung der Deckungsarbeit, sollten weitere Siege in den kommenden Spielen durchaus realistisch sein.

Tor: Maria Tismer, Anita Barancow
Feld: Lysianne Kersten, Josefine Nietsche 2, Doreen Heuseler 1, Anita Slapczinska, Jaqueline Riedel 2, Nancy Menning, Sarah Regen 3
Janett Witte 2, Diana Hallasch 3/2, Uta Schulz, Julia Kupper 3
Trainer: Gerd Tismer
Co- Trainer: Mathias Gliese
Betreuer: Kasia Dec / Franziska Wagner
Schiedsrichter: Woite/Wieczak – HV Calau
7-Meter: HSG 4/2, HV Luckenwalde 5/3
Zeitstrafen: HSG 2, HV Luckenwalde 3